Der Brückenbauer - eine astrologische Kindergeschichte

„Der Bückenbauer“

von Martin Schneider, Bern

Es lebte einst ein fliegendes Wesen, das im Weltall seine Bahnen zog. Sein Beruf war Brückenbauer, er reiste von Planet zu Planet, von Galaxie zu Galaxie und half immer dann, wenn es galt, Brücken zu reparieren. Oft waren es Brücken über Flüsse oder Schluchten und Tälern, manchmal aber auch Brücken zwischen Bewohnern der Planeten, damit sie wieder einen Zugang zueinander hatten.

Dieser Brückenbauer also, der rastlos von Ort zu Ort zog und immer wieder Neues sah, hat natürlich viele Geschichten zu erzählen. Eine der eindrücklichsten möchte ich euch nun erzählen. Es ist die Geschichte der farbigen Planeten:

Auf einer seiner unzähligen Reisen durchs Weltall begegnete der Brückenbauer einmal drei wunderschönen Planeten. Ein roter PLANET, ein grüner PLANET und ein blauer PLANET. Auffällig war außer den wunderschönen Farben auch die Tatsache, dass alle drei Planeten gleich weit voneinander entfernt waren. Auf jedem der drei Planeten herrschte ein reges Treiben. Sie waren allesamt von wundersamen Wesen, die alle in den Farben des jeweiligen Planeten leuchteten und ihren Tätigkeiten nachgingen. Unser Brückenbauer war überwältigt von dem fantastischen Anblick, der sich ihm bot. Er beschloss, alle diese Planeten zu besuchen. Der erste Planet, den er besuchte, war der rote Planet.

Der rote Planet

Die Wesen auf diesem Planeten aber bemerkten den Brückenbauer überhaupt nicht. Sie waren viel zu beschäftigt. Allesamt bewegten sie sich stets rennend von einem Ort zum anderen. Viele trieben fast ununterbrochen Sport, andere arbeiteten und arbeiteten wie die Verrückten. Selbst wenn sie miteinander redeten, schwatzten stets beide Gesprächsteilnehmer gleichzeitig aufeinander ein! Kurz und gut: Die roten Wesen leisteten und leisteten, doch sie hatten gar keine Zeit, um sich Gedanken zu machen, wofür und weshalb sie eigentlich arbeiteten. Oft schossen sie übers Ziel hinaus, denn sie wussten ja gar nicht, was ihr Ziel war… Und so waren die Bewohner des roten Planeten trotz ihres ständigen Tuns im Grunde sehr unglücklich. Als der Brückenbauer das sah, wurde er sehr nachdenklich, denn er hatte keine Ahnung, wie er diesen Wesen helfen könnte So beschloss er, den nächsten farbigen Planeten zu besuchen. Er machte sich auf und landete kurze Zeit später auf dem blauen Planeten.

Der blaue Planet

Auf diesem Planeten fühlte er sich sofort sehr, sehr wohl. Überall herrschte das Gefühl von totaler Zufriedenheit. Er sah ein fruchtbares Land, mit Früchten, Gemüse, Bäume und Felder voll der verschiedensten Köstlichkeiten und alle erdenklichen Tiere bevölkerten nebst den blauen Wesen diesen Planeten. Alles war im Überfluss da. Die Wesen dort sprachen in lieblichen Klängen miteinander und nie war ein böses Wort zu hören. Es fehlte ihnen an nichts, dachte der Brückenbauer. Beim näheren hinschauen merkte er aber dann, dass viele dieser wundervollen Früchte einfach verfaulten, denn die blauen Wesen waren aufgrund ihrer ewigen Harmonie und des liebseins total energielos. Sie sorgten sich um nichts, denn alles war ja gut, nett, lieb und immer wunderschön. So lebten die blauen Wesen träge und faul vor sich hin und nichts tat sich auf diesem wunderschönen blauen Planeten. Dass die nichts aus ihrer Welt machen und alles vor sich hinfaulen lassen, dachte sich der Brückenbauer bei sich und begab sich dann auf die Reise zum dritten und letzten der farbigen Planeten: dem Grünen.

Der grüne Planet

Auf dem grünen Planeten war alles wunderbar geordnet. Was dem Brückenbauer auch sofort auffiel, waren die unmengen von Büchern, Schriftrollen und Dokumente, die sich in jeder Ecke des Planeten fanden. Die grünen wesen waren immerzu dabei auszutauschen, festzuhalten, niederzuschreiben und weiterzugeben. Es war ein durch und durch denkendes und ordnendes Volk. Oft passierte es aber, dass sie vor lauter nachdenken zu keiner Entscheidung kamen. Ja sie konnten gar nicht aufhören zu denken, sich zu informieren und zu grübeln. Dies war auch der Grund, warum auf dem grünen Planeten so gut wie nichts passierte, und so dachten sie auch über nichts nachund gaben dieses Nichts immer weiter. Als der Brückenbauer all dies sah, wurde er sehr traurig. Alle drei Planeten waren wunderschön und doch fehlte etwas auf jedem der drei.

So waren alle Wesen auf den drei grossen, runden, farbigen Kugeln, die irgendwo im Weltall waren sehr gut auf einem speziellen Gebiet, aber grundsätzlich waren sie unglücklich. Als der Brückenbauer so über das Unglück dieser Wesen nachsinnierte, kam ihm plötzlich in den Sinn, was er eigentlich für einen Beruf hatte. Plötzlich kam ihm die zündende Idee, wie er diesen Wesen helfen konnte. Er war ja Brückenbauer!

Und so begann er, Brücken von einem Planeten zum anderen zu bauen. Zuerst baute er eine Brücke zwischen dem roten und dem blauen Planeten. Die Wesen auf jedem Planeten freuten sich natürlich über diese grosse Bereicherung. Die Roten stürmten sogleich voller Vorfreude über das, was sie drüben erwarten könnte, über die Brücke. Sie lernten sich gegenseitig kennen und merkten sehr bald, dass sie einander sehr viel beibringen konnten.

So lernten die Wesen auf dem blauen Planeten zum Beispiel, dass es wichtig ist, die Kräfte und Energien, die auch in Ihnen schlummerten zu gebrauchen und wurden dadurch aktiver und lernten, Ihren fruchtbaren Planeten zu nutzen und etwas mit ihren riesigen Talenten anzufangen. Im Gegenzug lernten die Roten, all dies, was sie machten zu geniessen, an ihrer Arbeit Freude zu haben und begannen, miteinander zu teilen.

Die zweite Brücke, die der Brückenbauer baute, war die vom grünen Planeten zum Roten. Die grünen Wesen trauten dieser Brücke am Anfang nicht so ganz. Es war ja etwas total Neues für sie, sie konnten nirgends in Ihrem riesigen Wissensschatz etwas gleichartiges finden. Und doch waren sie sehr neugierig darauf, was auf der anderen Seite zu finden sei. So machten sie sich vorsichtig auf den Weg über die Brücke. Was sie auf der anderen Seite sahen, war etwas, dass ihr zukünftiges Leben total verändern sollte. Sie lernten von den Roten Wesen, wie sie Ihr Wissen umsetzen konnten, wie man Pläne, Ideen und Träume verwirklichen kann und verloren dadurch auch allmählich die Angst, etwas zu tun, von dem man nicht ganz genau weiss, wie es am Ende herauskommt. Die Roten Wesen freuten sich riesig über den Besuch der Grünen! Denn auch Sie konnten viel von Ihnen lernen. Sie lernten, Pläne zu machen, sich vorher zu überlegen, warum sie was tun wollten und begannen, nur noch für diejenigen Dinge Ihre riesige Kraft einzusetzen, die wirklich Sinn machten.

Als der Brückenbauer all dies sah, war er sehr glücklich und begann dann, die dritte und letzte Brücke zu bauen: Die Brücke zwischen dem grünen und dem blauen Planeten. Die Bewohner beider Planeten waren hell erfreut über die zweite Brücke, die sie geschenkt bekamen und voller Energie, die sie von den Roten Wesen erhielten, stürmten beide über die Brücke. In der Mitte trafen sie sich und feierten sogleich ein grosses Freudenfest! Die Grünen lernten von den Blauen, die Dinge, die sie jetzt nicht nur durchdachten, sondern auch ausführten, zu geniessen und Freude daran zu haben. Die Blauen lernten von den Grünen, Ihre fruchtbaren Gärten und Acker planvoll anzubauen und die Ernte einzubringen. Nichts verfaulte mehr auf dem blauen Planeten, denn ihre Bewohner hatten gelernt, wie sie mit ihren wertvollen Dinge umgehen mussten.

Ja, das leben auf diesen drei Planeten hatte sich dank dem Brückenbauer sehr verändert und alle waren nun glücklich und konnten voneinander profitieren. Für den Brückenbauer war die Arbeit jetzt fertig, er war sehr glücklich und machte sich wieder auf den Weg, um neue Brücken zu bauen.

(Alle Rechte liegen bei Martin Schneider, Lehrer und psych. Astrologe, CH-Bern)